Auf unserem Weg nach Breslau (Wroclaw) bot sich Görlitz, die östlichste deutsche Stadt, als willkommener Zwischenstopp an. Wir starteten relativ früh vom Traditionsgasthof Roter Hirsch in Claußnitz (hier geht’s zum Beitrag), denn es lagen noch ca. 330 km vor uns. Nach einigen Stunden Fahrt, vorbei an Dresden und Bautzen, entschieden wir uns für den Abstecher nach Görlitz, denn laut verschiedenen Internetquellen ist es eine der schönsten Städte Deutschlands. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen, zumal die Altstadt von Görlitz nur ca. 7 km von der Autobahn entfernt liegt.

Zwischenstopp in Görlitz nur 7 km von der A4

Das bietet Görlitz

Görlitz wurde im Zweiten Weltkrieg kaum zerstört, weshalb ein Spaziergang durch die architektonisch interessante Altstadt sehr empfehlenswert ist. Es gibt sowohl mittelalterliche Gebäude aber auch Paläste aus verschiedenen Zeitaltern (Barock, Gründerzeit und Jugendstil) zu bewundern. Die kleinen Geschäfte laden zum Bummeln ein und hinter jedem Eck gibt es kleine Details zu entdecken. Wir haben problemlos auf dem großen Parkplatz am Obermarkt direkt vor dem Eingang der Altstadt geparkt und konnten in ca. 2 Stunden alles Wichtige entdecken. Kleiner Tipp: In der Bäckerei Wittig, so ziemlich in der Mitte des Obermarktes gelegen, kriegt man leckeren Proviant für die Stadterkundung.

Das gibts zu sehen in Görlitz

Interessant ist die sehr schöne auf einer Anhebung gelegene Peter und Paul Kirche sowie das Rathaus mit den beiden ungewöhnlichen Uhren. Die obere der beiden Uhren aus dem Jahr 1524 hat ein Ziffernblatt mit 24 Stunden statt mit 12, was bedeutet, dass keine Minuten ablesbar sind. Die untere Uhr aus dem 16. Jahrhundert zeigt die aktuelle Mondphase an. Man sollte also etwas Zeit mitbringen um zu entschlüsseln wie spät es ist.

Zu Fuß von Görlitz nach Polen

Ein besonderes Highlight der Stadt ist natürlich die per Spaziergang mögliche Überschreitung der Grenze nach Polen an der Brücke der Lausitzer Neiße. Seit 1945 ist der Fluss die Grenze zwischen Polen und Deutschland, sodass die östliche Vorstadt von Görlitz (Zgorzelec) heute auf polnischem Gebiet liegt. Zahlreiche Geflüchtete aus Schlesien fanden während und nach Ende des zweiten Weltkrieges in Görlitz Zuflucht und eine neue Heimat.

Es ist schon ein besonderes Gefühl, wenn man einfach über eine Brücke geht und in einem anderen Land steht. Hier setzten wir das erste Mal einen Fuß auf polnischen Boden. In erster Linie wird jedoch auf der „anderen“ Seite für günstige Zigaretten geworben.

Aber so schön es hier auch ist, wir müssen weiter, damit wir unser Ziel womöglich noch bei Tageslicht erreichen – das 170 km entfernte Breslau. 

In einem der zahlreichen, kleinen Krimskramsläden kauften wir dann vor der Abfahrt noch Windspiele aus Metall. Aufgehängt in Bozen und Innsbruck erinnern uns diese immer an unseren tollen Zwischenstopp in Görlitz.

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